GEO als Business-Booster für PR: Wie Unternehmen mit PR Sichtbarkeit in KI-Suchmaschinen gewinnen

von Volker Maaßen | 13. April 2026

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Generative Engine Optimization (GEO) entwickelt sich rasant zu einem zentralen Erfolgsfaktor für Kommunikation und PR. Beim Convento PR-Impuls in der vergangenen Woche zeigte Stefan von Gagern, KI- und Content-Consultant, vor über 1.000 Teilnehmern (!), warum klassische SEO-Strategien nicht mehr ausreichen und wie Unternehmen ihre Sichtbarkeit in KI-basierten Antwortsystemen wie ChatGPT, Gemini oder Perplexity gezielt steigern können. Anhand konkreter Beispiele und klarer Handlungsempfehlungen wurde deutlich: GEO ist kein Zukunftsthema, sondern bereits heute geschäftskritisch, denn ie Nutzung von KI als Such- und Entscheidungsinstrument wächst rasant. Immer mehr Nutzer lassen sich Produkte, Dienstleistungen oder Lösungen direkt von KI-Systemen empfehlen. Diese fungieren als eine Art „virtueller Verkäufer“, der rund um die Uhr verfügbar ist und komplexe Fragen beantwortet. Gartner prognostiziert, dass schon 2028 50 Prozent weniger Suchen über Google stattfinden werden und die KI-Suche Google bis 2030 überholt haben wird. 66 Prozent der unter 30jährigen bevorzugen schon heute ChatGPT für die Suche.

Für Unternehmen entsteht dadurch ein neues Risiko: Wer in den Antworten der KI nicht vorkommt – oder falsch dargestellt wird – verliert Sichtbarkeit und potenzielle Kunden. Gleichzeitig führen sogenannte Zero-Click-Suchen (Besuche und Lesen der Seite fällt weg) dazu, dass klassische Website-Besuche weiter zurückgehen. Inhalte müssen daher nicht nur auffindbar, sondern vor allem zitierfähig für KI-Systeme sein.
 
Was GEO von SEO unterscheidet
GEO ist nicht einfach „neues SEO“, sondern folgt einer anderen Logik. Während SEO auf Keywords, Rankings und Klicks abzielt, steht bei GEO die direkte Beantwortung von Nutzerfragen im Mittelpunkt. KI-Systeme erzeugen eigenständig Antworten mit Quellenangaben und greifen dabei auf vertrauenswürdige, kontextreiche Quellen zurück. KI sucht überall: in Foren, Communities, Social Media – also im kompletten Webauftritt. Die Nutzer erhalten Zusammenfassungen der Suchergebnisse.

Entscheidend sind dabei drei Faktoren:
– Relevanz: Inhalte müssen konkrete Nutzerfragen beantworten.
– Zugänglichkeit: Informationen müssen gut strukturiert und maschinenlesbar sein.
– Expertise: Glaubwürdige Quellen werden bevorzugt.

GEO umfasst verschiedene Ansätze wie Answer Engine Optimization (AEO) – Fokus auf direkte Antworten, Chat Engine Optimization (CEO) – Optimierung für Chatbots oder LLM Optimization – technische Sicht auf LLMs – und vereint diese in einer ganzheitlichen Strategie.

Warum PR eine Schlüsselrolle spielt
PR und GEO ergänzen sich ideal. Kommunikationsabteilungen bringen bereits viele der Voraussetzungen mit, die für Sichtbarkeit in KI-Systemen entscheidend sind, denn PR sorgt für:

– Reputation und Vertrauen
– Zitierfähige Inhalte und Storytelling
– Themenführerschaft (Thought Leadership)
– Relevante Inhalte für verschiedene Kanäle

Damit wird PR zum zentralen Treiber für GEO-Strategien. Gleichzeitig ermöglicht GEO über präzise Ansprache und konkrete Inhalte eine direktere Kommunikation mit Zielgruppen – ohne den klassischen Umweg über Medien.

Best Practices: Was in der Praxis funktioniert
Strategisch starten: GEO ist keine Einzelmaßnahme, sondern Teil einer ganzheitlichen Content-Strategie über alle Kanäle hinweg.
Kundenzentrierung: Inhalte müssen echte Probleme lösen statt Selbstinszenierung zu betreiben.
Klare Antworten liefern: Präzise, faktenbasierte Inhalte werden von KI bevorzugt.
Originalität statt Masse: Einzigartige Perspektiven und eigene Daten erhöhen die Zitierwahrscheinlichkeit.
„Show, don’t tell“: Konkrete Beispiele und Zahlen statt vager Aussagen.
Technische Basis schaffen: Strukturierte Daten, sauberes Markup und aktuelle Inhalte sind essenziell.
Regelmäßiges Testen und Anpassen bleibt dabei ein zentraler Bestandteil.

 
Typische Fehler im Umgang mit GEO
Die häufigsten Stolpersteine, die es zu vermeiden gilt:

Fehlende redaktionelle Qualität
Übermäßiger Einsatz von KI-generierten Inhalten ohne Prüfung oder redaktionelle Überarbeitung
Reines SEO-Denken (z. B. „Keyword-“ oder „Zitat-Stuffing“) – kein Tricksen, um zu Ranken
GEO als einmalige Maßnahme einsetzen, statt einen kontinuierlichen Prozess zu implementieren
Überbewertung von Tools ohne strategische Grundlage
Tenor: Technologie allein reicht nicht – entscheidend ist die inhaltliche Qualität.

GEO als Wachstumschance für PR
Die “guten alten” PR-Tugenden – relevanter Inhalt, strukturierte Fakten, Glaubwürdigkeit, Aktualität und Vertrauenswürdigkeit – stehen wieder verstärkt im Mittelpunkt. GEO eröffnet zudem neue Geschäftsmodelle für PR-Agenturen – von Audits über Strategie bis hin zu kontinuierlichem Monitoring. Der größte Engpass ist aktuell fehlende GEO-Kompetenz, die durch gezielte Weiterbildung oder externe Unterstützung aufgebaut werden kann.

Sichtbarkeit in KI-Systemen wird zur neuen Währung der Kommunikation
Die zentrale Botschaft des Webinars: GEO ist kein Trend, sondern eine grundlegende Transformation der digitalen Kommunikation. Mit der zunehmenden Bedeutung von KI als Einstiegspunkt in die Customer Journey verschiebt sich der Fokus von Keywords hin zu kontextreichen, vertrauenswürdigen Inhalten. Unternehmen, die hier nicht sichtbar sind, verlieren zunehmend an Relevanz. PR ist daher in der idealen Position, aber auch in der Verantwortung, diese Sichtbarkeit aktiv zu gestalten.

Wir danken unserem Referenten Stefan von Gagern für diesen Überblick und für seine Erkenntnisse. 

Über Stefan von Gagern :
Stefan von Gagern gilt als einer der führenden Experten für GEO (Generative Engine Optimization) im deutschsprachigen Raum. Als KI- und Content-Consultant, Speaker und LinkedIn-Experte unterstützt er Unternehmen und Selbstständige dabei, ihre Sichtbarkeit in KI-Suchmaschinen wie ChatGPT, Perplexity und Google KI strategisch zu steigern. Mit über 15 Jahren Erfahrung im Copywriting, LinkedIn Ghostwriting und 20 Jahren als Tech-Journalist verbindet er technisches Verständnis mit kreativem Storytelling. Zu seinen Kunden zählen Marken wie Adobe, BMW, PayPal, Amazon und Ionos. Seine Arbeit zielt darauf ab, KI nicht nur als Werkzeug, sondern als kreativen Partner im Marketing zu etablieren – menschlich, effizient und zukunftsorientiert.